Weltnierentag

Interview mit Julia Thomas, Sozialarbeiterin / Sozialpädagogin (B. A.)

MEINE ARBEIT IM KINDERNIERENZENTRUM

Ich bin nun seit fast 2 Jahren Teil des Teams beim Bunten Kreis Rheinland. Neben meiner Tätigkeit in der BOOFE arbeite ich überwiegend im ambulanten Kindernierenzentrum in Bonn-Lengsdorf. Hier werden aktuell neun Kinder mehrfach wöchentlich in möglichst entspannter und familiärer Atmosphäre dialysiert. Darüber hinaus betreuen wir viele chronisch nierenkranke Kinder und Jugendliche, auch nach einer Nierentransplantation. Viele Familien nehmen
dafür lange Anfahrtswege zu der Praxis auf sich.

Meine Hauptaufgabe als Sozialarbeiterin besteht darin die Eltern in allen sozialrechtlichen Fragen zu beraten sowie die Kinder und Jugendlichen bei Bedarf direkt in der Praxis zu unterstützen. Jede Familie bringt dabei ihre ganz eigene Geschichte und Herausforderung mit – das macht meine Arbeit abwechslungsreich und sehr erfüllend. Zu meinen Aufgaben gehört es unter anderem Rehabilitationsmaßnahmen für die Kinder und ihre Familien zu organisieren, gemeinsam mit ihnen Anträge auf Pflegeleistungen oder einen Schwerbehindertenausweis zu stellen und sie auf die Begutachtung durch den medizinischen Dienst vorzubereiten. Auch bei finanziellen Engpässen suchen wir gemeinsam nach geeigneten Lösungen.

Etwa alle ein bis zwei Monate nehme ich an den psychosozialen Teamtreffen des Kindernierenzentrums teil. Hier kommen eine Ärztin, eine Psychologin, eine Ernährungstherapeutin, ein Musiktherapeut, eine Fachkraft für nephrologische Pflege und ich zusammen, um die Situation der Kinder an der Dialyse ganzheitlich zu betrachten. Im Mittelpunkt steht dabei stets die Frage: Wie können wir das betroffene Kind und seine Familie in dieser herausfordernden Zeit bestmöglich unterstützen? Aus diesen Gesprächen ergeben sich oft auch konkrete Aufgaben für meine weitere Arbeit.

Ich arbeite sehr gerne im Kindernierenzentrum. Das große multiprofessionelle Team setzt sich mit viel Herz und Engagement dafür ein, dass es den Kindern und Jugendlichen trotz ihrer schweren Erkrankung so gut wie möglich geht und hat dabei immer die ganze Familie im Blick.

März 2026 – Yvonne Lange