Gelungene Spendenaktion

„Jetzt kann ich was zurückgeben und dabei gleich doppelt Gutes tun.“

Fabian Brock sitzt im Hof von Angelika Krüger in Fritzdorf- der Maskennähstube für den guten Zweck. In der Hand hält er eine selbstgenähte Mund-Nasen Maske mit Zebras und Giraffen darauf. Er hat das Schnittmuster besorgt und Schablonen angefertigt. Angelika Krüger näht die Masken. „Aber es sollten nicht nur Masken entworfen und verteilt werden, um unseren Mitmenschen einen Schutz anzubieten, ich wollte auch unbedingt etwas zurückgeben und ein Dankeschön aussprechen. Ich hatte das Glück, in schweren Zeiten die Arbeit des Bunten Kreis Rheinland kennen zu lernen. Jetzt habe ich die Chance gesehen, mich zumindest ein wenig zu revanchieren“

Aus der Sicht eines Vaters.

Es muss um den 4. Schwangerschaftsmonat gewesen sein – beim Ersttrimesterscreening – als der behandelnde Gynäkologe eine Auffälligkeit beim Fötus diagnostizierte. Das Elternpaar hatten sich so sehr auf das Kind gefreut. Natürlich waren sie davon ausgegangen, dass ihr Kind gesund auf die Welt kommen wird, wie alle Kinder. „Es war eine unglaublich schwere Zeit. Ich hatte Angst, ob wir das überhaupt schaffen können. Angst vor der enormen Herausforderung ein krankes Kind zu pflegen und groß zu ziehen und auch Angst mein Kind könnte stigmatisiert werden.“ Fabian Brock hatte damals selber gerade eine große Operation über sich ergehen lassen müssen und war bei weitem noch nicht wieder fit.

Die werdende Familie wurde in der Uniklinik Bonn betreut. Hier wurde ihm das angegliederte Elternkaffee vom Bunten Kreis Rheinland empfohlen. Ein Begegnungsort für Eltern von schwer und chronisch kranken, oder zu früh geborenen Kindern. „Ich habe hier Sozialpädagogen vom Bunten Kreis kennengelernt, die viele Gespräche mit mir geführt hat. Ich habe das erste Mal Kontakt mit Kindern mit Down Syndrom bekommen und erleben können, was für tolle Kinder das sind. Ich habe mit vielen anderen Eltern und vor allem auch Vätern sprechen können, die in der gleichen Situation waren.“ Fabian Brock hat das Angebot des Elternkaffees häufig genutzt. So verblassten seine Ängste vor der Aufgabe, die es zu meistern galt-Vater eines beeinträchtigten Kindes zu werden. „Dank der vielen Gespräche und Hilfe wusste ich dann: Das bekommen wir hin!“

Nach der Geburt seiner kleinen Tochter übernahm die sozialmedizinische Nachsorge des Bunten Kreis die Begleitung seiner jungen Familie. „Die Pflegebegutachtungen des Medizinischen Dienstes sind zusätzlicher enormer Stress für Eltern. Unsere Nachsorgeschwester hat uns dahin gehend immer betreut und darauf vorbereitet.“ Kaum war Fabian Brocks Tochter 6 Monate alt, kam der nächste Schlag. Ein Herzfehler wurde festgestellt. „Sie hatte ein Loch im Herzen, in der Vorkammer. Die Ärzte schätzen, dass sie mit diesem Herzfehler maximal 13 Jahre alt werden würde.“

Was für ein Schock. Und was für eine neuerliche Belastung für die Familie. Erst mit einer Operation in der Sankt Augustiner Asklepios Klinik konnte Fabian Brock wieder Hoffnung für seine süße Tochter schöpfen. „Für mich als Vater war das wirklich eine ganz schreckliche Zeit. Besonders das erste Jahr war so schwer. Ohne die vielen kompetenten Gespräche im Bunten Kreis Rheinland wären wir nicht so über die Zeit gekommen. Ich weiß nicht, wie viele Stunden ich immer wieder im Elternkaffee war, um einfach mal reden zu können. Diese Gespräche haben sehr gutgetan und mir neue Energie und Zuversicht gegeben.“

Und so entstand die Idee, die Masken gegen eine Spende für den Bunten Kreis Rheinland abzugeben. Um das Design und Verteilen kümmert sich Stoffkünstlerin Angelika Krüger, die Optimierung des Schnittmusters übernimmt Fabian Brock. Im Einzelhandel muss er den ganzen Tag einen Mund-Nasenschutz tragen und kann so im Härtetest genau herausfinden, welche Stoffe angenehm zu tragen, luftdurchlässig oder schweißtreibend sind. Und diese Erkenntnisse fließen dann in die Näharbeiten der Fritzdorferin ein. „Fabian gibt super Rückmeldung und so haben wir jetzt sogar schon Sommer- und Wintermodelle für Damen und Herren designt.“ Rund eine Stunde braucht die Handarbeitsexpertin für eine Maske. Sie sind doppelt genäht und mit sehr viel Liebe gestaltet. Für den Sommer zum Beispiel mit einem ganz feinen und leichten Stoff innen, für den Herren im Business aus edlem Baumwollstoff in stahlblau. Und natürlich die Lieblingsmaske von Fabian Brock, kariert außen und innen mit einem ganz weichen Leinen.

Die Masken sind unter akabair@googlemail.com zu beziehen.

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