Interview

mit Ramona Bögeholz

Wir versuchen alles, um Maxime zu schützen

Ramona Bögeholz ist alleinerziehende Mutter von drei Jungs. Die Familie ist seit vielen Jahren in der Betreuung des Bunten Kreis Rheinland. Begonnen mit der sozialmedizinischen Nachsorge für Maxime und bis heute in den GeKi Projekten für die Geschwister. Maxime leidet an einem hypoplastischen Linksherz und musste in seinem jungen Leben schon etliche Operationen überstehen. Gerade erst Mitte März erlitt er einen Zusammenbruch zu Hause und musste mit dem Helikopter in die Klinik geflogen werden. Für die Familie ist die Erkrankung von Maxime sowieso schon eine Herausforderung. Jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, geht es nur um eines: Maxime schützen.

Familie Bögeholz versucht, die Tage in Kontaktsperre so strukturiert, wie möglich zu gestalten. Luca steht vor dem Sprung in die Oberstufe. Er will unbedingt das Abitur machen. Angetrieben von diesem Wunsch sitzt er jeden Tag über den Aufgaben und dem Lernmaterial, was er von seinen Lehrern für das Home-Schooling bekommt. Auf keinen Fall soll ihm das Virus seinen Wunsch zu Nichte machen. Auch der jüngere Bruder Noah muss sehr viele Schulaufgaben machen und büffelt stundenlang über den Büchern. Der 5 jährige Maxime genießt es, seine großen Brüder und seine Mutter den ganzen Tag um sich zu haben. Zumal er erst vor 2 Wochen, nach einem dramatischen Zusammenbruch mit dem Rettungshubschrauber in die Klinik geflogen werden musste. „Er braucht gerade sehr viel Nähe, weil er das ganze nicht so gut verkraftet hat.“ So hat die Kontaktsperre für Maxime sogar sein Gutes.

Seinen beiden Brüdern fällt es dagegen schwerer, Freunde und Kumpels nicht sehen zu können, nur in den eigenen vier Wänden zu chillen. Anfänglich war die Einsicht bei den Großen auch noch nicht so da, dass die Kontaktsperre unbedingt eingehalten werden muss. „Vor allem, weil es hieß, dass die Infektion bei jungen Menschen kein großes Problem ist.“ Sagt Ramona Bögeholz. „Ich habe dann erklärt, dass es nicht um Sie, Luca und Noah, sondern um seinen kleine Bruder Maxime geht. Ich kann schon echt stolz auf meine Kinder sein, die so vernünftig sind und alles tun, um ihren kleinen Bruder zu schützen.“

Natürlich würden sie ihre Freunde gerne wieder treffen. Aber sie tragen diese Situation als Familie mit. Schwer wiegt auch, dass Oma und Opa nicht besucht werden können. „Wir haben Sie seit 4 Wochen nicht mehr gesehen. Das tut schon weh. Der Kontakt läuft nur über Facetime.“ Erklärt die Mutter.

Die Pandemie macht ihr schon Angst. Steckt Maxime sich doch noch an? Oder die Großeltern? Wie geht es finanziell weiter. Auch Ramona Bögeholz ist von Kurzarbeit betroffen. Sie arbeitet selber im Gesundheitswesen und hat daher zwangsläufig Kontakt nach außen.

Die Alleinerziehende hat einen unglaublichen Mut und jede Menge Hoffnung. „Erholungsinseln?“ lacht sie, „vor zwei Wochen hat es mich gestresst! Jetzt denke ich: wann haben wir das letzte Mal so viel Zeit gehabt, uns ohne Stress der Familie zu widmen? Ohne andere Stressfaktoren können wir unseren Kindern Zeit schenken. Das ist doch kostbar! Das ist ein Geschenk!“ Auch der von der Familie getrennt lebende Vater zieht voll mit und lebt derzeit in kompletter Kontaktsperre, damit er seine Kinder regelmäßig sehen und betreuen kann. Mit der abwechselnden Betreuung der Kinder verschaffen sich die Eltern gegenseitig eine Verschnaufpause. „Wir wissen sehr gut, was wir für ein Privileg haben.“ Merkt die Ramona Bögeholz noch an.

Mut und Hoffnung ist in dieser Zeit das einzige, was hilft. Hoffnung, dass alles vorbei geht und dass es auch existenzielle (finanzielle) Unterstützung gibt.

„Ich habe in den vergangenen 5 Jahren sowieso die Einstellung gewonnen: Alles wird gut!“

Maxime holt das Memorie Spiel hervor und die Familie versammelt sich für eine Runde Memorie um den Tisch.

Sie tun alles, damit es Maxime gut geht.

 

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