Mutter- und Vatertag auf Station

Kurz vor dem diesjährigen Vater- und Muttertag gratuliert der Bunte Kreis Rheinland allen Eltern auf den Frühgeborenen-Stationen seiner Standorte in Köln, Bonn und Koblenz. Dazu überreichen die Nachsorgeschwestern den Eltern auf den Intensivstationen eine (unten abgebildete) Glückwunschkarte mit einem Schmetterling. In der Asklepios Kinderklinik Sankt Augustin hat Jana Ina Zarrella (Moderatorin und Model), begleitet von Inka Orth (Vorsitzende des Bunten Kreis Rheinland), den Müttern und Vätern von zu früh Geborenen zum Mutter- und Vatertag gratuliert. Auf den beiden neonatologischen Intensivstationen der Kinderklinik liegen derzeit 20 zu früh geborene Jungen und Mädchen. Begleitet wurden sie von Oberärztin Dr. Svetlana Kelzon und Dr. Christian Fremerey, Oberarzt der Neonatologie sowie von Kathrin Gottschall, Teamleiterin des Bunten Kreis Sankt Augustin und Alexandra Sontag, Case Managerin der Neonatologie Sankt Augustin.

„Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass gerade Müttern und Vätern von sog. Frühchen aufgrund der angespannten Lage und aus Unsicherheit selten zur Elternschaft gratuliert, sondern ihnen eher Schweigen entgegengebracht wird“, so Inka Orth.

Jana Ina Zarrella, sichtlich bewegt von diesem Rundgang, nimmt sich für jede Mutter und jeden Vater Zeit für ein kurzes Gespräch und tröstende Worte. „Es ist eine sehr schöne Aufgabe, mit diesen Menschen in Kontakt zu treten und etwas über die vielen bewegenden Schicksale zu erfahren,“ so Zarrella. „Ich hoffe, ihnen heute etwas Mut und Zuversicht geben zu können, vor allem für die Zeit nach der Klinik.“

Dementsprechend groß war die Freude bei den Eltern auf der Intensivstation 4 und der Mutter-Kind-Station (2) der Klinik über den Besuch und das kleine Präsent. Hier ergab sich ein längeres Gespräch mit Katharina Kloza, Mutter der knapp drei Monate alten Jennifer. Sie kam in der 26. Schwangerschaftswoche (SSW) zur Welt mit 830 Gramm und 35 cm. Viele Ängste habe sie ausgestanden seit der Geburt von Jennifer Anfang Februar. „Aber inzwischen habe ich mich daran gewöhnt, dass es Jennifer ist, die das Tempo vorgibt und ich mich darauf einstellen muss,“ so die junge Mutter. Um das Erlebte besser verarbeiten zu können, führt sie seit der Geburt ein Tagebuch über Jennifers Entwicklung, ihre Umgebung und Erlebnisse. Folglich widmete auch das heutige Besuchsteam dem Mädchen einige Sätze in diesem Tagebuch, darunter wird die Glückwunschkarte geklebt. Vor einer Woche wurde Mutter Kloza auf die Mutter-Kind-Station aufgenommen und kann sich hier rund um die Uhr mit der Pflege ihrer Tochter befassen. 

„Unsere Mutter-Kind-Station ist eine sehr sinnvolle Maßnahme, um die Eltern so früh wie möglich in den Pflegeprozess ihrer Kinder einzubeziehen,“ so Dr. Fremerey. „Und sie haben ja Gott sei Dank die wertvolle Unterstützung des Bunten Kreis, wenn wir sie aus der Klinik entlassen.“

Kathrin Gottschall knüpft erste Kontakte zu den Familien meist schon auf der Intensivstation und auf Vermittlung von Alexandra Sontag (Case Management). Dann entscheidet sie, welche der Nachsorgeschwestern sich welcher Familie für die nächsten Wochen annehmen wird. Werden die kleinen Patienten dann auf die Mutter-Kind-Station verlegt, steht einer baldigen Entlassung nichts mehr im Weg. Hier ist dann ausreichend Zeit, damit Eltern und Patienten ihre Nachsorgeschwester genauer kennenlernen.

Während sich die Allerkleinsten in ein Leben kämpfen, für das sie körperlich noch nicht gerüstet sind, ist diese Zeit für die ganze Familie eine große Herausforderung. Neben der ständigen Angst um das Überleben zehren auch die unvermeidliche Trennung vom Nachwuchs sowie der oftmalige Kampf mit Krankenkassen und Arbeitgebern zusätzlich an den strapazierten Familien. Statt unbeschwerter Stunden des ersten Kennenlernens findet man sich in einem für frischgebackene Eltern belastenden Szenario aus medizinischen Fachausdrücken, Kabelgewirr und Maschinen wieder. Keine Spur von Mutterglück, das Umfeld reagiert unsicher und gratulieren mag in dieser Situation keiner so recht. Seit Jahren begleitet der Bunte Kreis Rheinland die Eltern frühgeborener Kinder auf den neonatologischen Stationen, unterstützt die Familien beim Übergang aus der Rundumversorgung der Klinik in ihren neuen Familienalltag und steht ihnen mit Rat und Tat in allen medizinischen Fragen zur Seite.

Immer mehr Kinder kommen zu früh auf die Welt. Derzeit sind es rd. 60.000 Kinder pro Jahr allein in Deutschland, eine der höchsten Frühgeburtsraten im europäischen Vergleich. Normalerweise dauert eine Schwangerschaft ca. 40 Wochen. Wenn aber ein Baby vor der vollendeten 37. SSW geboren wird, dann ist es ein sogenanntes „Frühchen“. Die meisten Frühgeborenen wiegen bei ihrer Geburt weniger als 2.500 Gramm. Das Erreichen der 23. SSW gilt in Deutschland als Grenze der Lebensfähigkeit von Frühgeborenen mit medizinischer Hilfe. Ihre Überlebenschance hat sich in den vergangenen Jahren stetig verbessert, dennoch ist eine Frühgeburt für die Eltern und Geschwister oft ein emotionaler Kraftakt aus Angst, Hilflosigkeit und Schuldgefühlen.

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